Ab Januar starte ich meine ethnographische Feldforschung im Bereich des Betreuten Wohnens älterer Menschen im Rahmen des EPICENTRE-PARTICIPATIO Projekts. Gestern Abend durften Sandra Staudacher und ich bereits ein Stück Alltag miterleben – beim Weihnachtsanlass im Betreuten Wohnen älterer Menschen.
Der Abend bestand aus vielem, was auf den ersten Blick selbstverständlich wirkt: zusammen Singen, Essen, Wichteln, Gespräche am Tisch und darüber hinaus, gemeinsames Aufräumen am Ende. Für die ethnographische Forschung sind genau diese Situationen zentral. In ihnen zeigt sich, wie Beziehungen entstehen und gelebt werden, wie Aufgaben verteilt werden, wer sich beteiligt und in welcher Form, wer beobachtet, wer organisiert, wer sich zurückzieht – und wie Teilnahme und Teilhabe im Alltag konkret verstanden, gelebt und ausgehandelt werden.
Solche Momente machen sichtbar, dass Partizipation nicht nur durch formelle Strukturen und Entscheidungen beeinflusst wird und stattfindet, sondern besonders auch durch alltägliche Praktiken, Begegnungen und Räume. Nicht alles ist sofort erklärbar, manches bleibt nur angedeutet – Ethnographisch zu arbeiten heisst, sich auf Alltägliches einzulassen, aufmerksam zu beobachten und verstehen, und anzuerkennen, dass Wissen durch unterschiedliche Perspektiven entsteht. Im Forschungsprojekt interessiert uns, wie Partizipation älterer Menschen im Alltag von Wohnen, Pflege und Betreuung verstanden, praktiziert und immer wieder neu ausgehandelt wird.
Das begleitende Bild verweist genau darauf: Es zeigt Einblicke, die möglich sind, und andere, die nur angedeutet bleiben. Manche Aspekte von Alltag, Teilhabe und Zugehörigkeit werden sichtbar, andere erschliessen sich erst im Mitgehen, Zuhören und Reflektieren – auch der eigenen Position im Feld.
✨ Ich bin gespannt auf die kommenden Monate und freue mich auf diese intensive Zeit.