Ein Forschungsprojekt des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Basel

Masterarbeit von Flurina Fellmann

Hintergrund

Haustiere haben für viele ältere Menschen eine hohe emotionale Bedeutung. Sie gelten als Familienmitglieder und Gefährten, geben Lebenssinn und Struktur, bieten Trost und fördern soziale Interaktionen. Gleichzeitig bringt Tierhaltung in Pflegekontexten Herausforderungen mit sich, etwa wenn sich der Gesundheitszustand der Halter:innen verschlechtert, Angehörige zusätzliche Betreuung für das Tier übernehmen müssen oder es zu einer unfreiwilligen Trennung vom Tier kommt. Bislang bleibt unklar, welche Rolle Haustiere für die Partizipation älterer Menschen im Kontinuum der Langzeitpflege haben. Dies betrifft insbesondere eigene Haustiere, im Unterschied zu Therapie- oder Besuchstieren. Diese Forschungslücke bildet den Ausgangspunkt der Arbeit.

Zielsetzung

Ziel der Masterarbeit ist es, die Bedeutung von Haustieren für die Partizipation älterer Menschen entlang des Langzeitpflegekontinuums zu untersuchen. Dabei werden Formen von Partizipation, Fragen der Selbstbestimmung, Lebensqualität und des (Pflege-)Alltags sowie Herausforderungen und strukturelle Rahmenbedingungen beleuchtet. Zudem werden Ansatzpunkte gesucht, wie Haustiere künftig gezielt eingesetzt werden könnten, um Partizipation zu fördern.

Methode

Die explorative qualitative Arbeit folgt einem ethnographischen Ansatz. In einem iterativen Forschungsprozess werden Daten aus semistrukturierten Interviews, Beobachtungen und informellen Gesprächen generiert und analysiert. Die Feldforschung findet in Pflegeheimen, im betreuten Wohnen und in der häuslichen Pflege statt. Im Mittelpunkt stehen ältere Menschen, die Haustiere haben, hatten oder den unerfüllten Wunsch nach einem Haustier haben. Ergänzend werden Perspektiven von Pflegefachpersonen, weiteren Mitarbeitenden, Angehörigen und Mitgliedern von Interessensgruppen einbezogen. Die Datenanalyse erfolgt auf Grundlage des konstruktivistischen Grounded-Theory-Ansatzes nach Charmaz (2024). Partizipation dient dabei als «sensitising concept».