Masterarbeit von Mirjam Karlin
Hintergrund
Die bestehende Forschung zur Partizipation in der Langzeitpflege befasst sich vorwiegend mit Partizipation bei Alltagsaktivitäten. Bisher ist wenig darüber bekannt, wie verschiedene Akteur:innen Partizipation bei älteren Menschen mit Beistandschaften verstehen, praktizieren und diskutieren.
Mit der demographischen Alterung steigt der Anteil älterer Menschen und dadurch auch die Bedeutung von Beistandschaften. Beistandspersonen entscheiden stellvertretend und orientieren sich am mutmasslichen Willen der betroffenen Person. Ihre Rolle bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Schutzauftrag, Autonomie und Partizipation.
Ziel
Ziel ist es zu untersuchen, wie ältere Menschen in Pflegeheimen und betreutem Wohnen, Pflege-und Betreuungsperson, Angehörige, Beistandspersonen und Führungspersonen Partizipation von älteren Menschen mit Beistandschaften verstehen, praktizieren und diskutieren. Dabei sollen mögliche ungerechte oder unfaire Ungleichheiten im Zusammenhang mit Partizipation analysiert werden. Basierend auf den Ergebnissen sollen erste Ideen zur Förderung einer gerechten Partizipation von älteren Menschen mit Beistandschaften in Pflegeheimen und im betreuten Wohnen entwickelt werden.
Methode
Die explorative Studie nutzt Fallstudien und orientiert sich an der Methodologie der Rapid Ethnography. Daten werden durch teilnehmende Beobachtungen, informelle Gespräche, strukturierte Interviews und Dokumentenanalysen generiert. Die Datenanalyse erfolgt gemeinsam im Forschungsteam nach dem Ansatz der konstruktivistischen Grounded-Theory nach Charmaz. Soziodemografische Daten der Teilnehmenden werden deskriptiv ausgewertet.